Die Klopftherapie – ein Kind der TCM

Ist doch alles Eso-Zeug ...

Was hat die Klopftherapie mit der TCM zu tun?

Klopftherapie und TCM

Was für eine befremdliche Angelegenheit!

Auch wenn die Klopftherapie längst Einzug in die etablierte Psychologie gehalten hat und ein bewährtes Instrument in der Arbeit mit PTBS, Ängsten und Phobien ist, stehen ihr viele immer noch mit großer Skepsis gegenüber.

Ja, das Klopfen macht einen wunderlichen Eindruck. Das lässt sich nicht abstreiten. Man klopft sich am Gesicht herum und führt dazu merkwürdige Selbstgespräche. Ist doch irgendwie verdächtig, höchst verdächtig. Daher ist es nur nachvollziehbar, dass Leute, die die Theorie hinter der Klopftherapie nicht kennen, mit dieser „esoterischen Spinnerei” nichts zu tun haben wollen. Ging mir am Anfang nicht anders. Aber inzwischen bin ich heilfroh, dass ich neugierig und offen genug war, der Sache wenigstens eine Chance zu geben. Und ich hoffe, dass Sie sich diese Chance ebenfalls gönnen!

Hinter diesem wunderlichen Tun steckt ein jahrtausendealtes Konzept

Vielleicht hilft ein bisschen Hintergrundinformation, das misstrauische Fremdeln, das Sie eventuell noch vom Klopfen abhält, abzubauen. Fangen wir einfach mal an:

Die TCM als Wiege der Klopftherapie

Die Klopftherapie beruht auf einem Konzept, das bereits seit Jahrtausenden erfolgreich in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zur Diagnose und zur Behandlung von Krankheiten genutzt wird, dem Konzept der Lebensenergie, die durch bestimmte Leitbahnen am Körper fließt, den sogenannten Meridianen.

Die TCM ist ein geschlossenes medizinisches System, das sich im Wesentlichen auf fünf Säulen stützt:

  1. Diätetik

Die Ernährungslehre der TCM ist fast eine Wissenschaft für sich. Man achtet hier zum Beispiel auf die thermische Wirkung von Nahrungsmitteln, die Einfluss auf die Lebensenergie haben soll. Westliche Ernährungswissenschaftler mögen ihr Näschen über diese wissenschaftlich teilweise fragwürdigen Ansätze rümpfen, aber der Erfolg gibt der TCM auch in diesem Punkt oft Recht.

  1. Arzneimittel

Wenn Sie an chinesische Arzneimittel denken, kommen Ihnen vielleicht sofort obskure Zaubertränke mit fragwürdigen Ingredienzien in den Sinn. Diese Zeiten sind vorbei. Zumindest bei uns müssen auch chinesische Arzneimittel gewissen Standards genügen.
Die chinesischen Tees, Pillen und Heilsuppen enthalten vor allem individuell für den Patienten zusammengestellte pflanzliche Bestandteile wie Kräuter, Wurzeln oder Rinden, aber auch Pilze, mineralische Bestandteile und leider immer noch hin und wieder auch tierische Bestandteile, wenn auch kein Nashorn …

  1. Tuina

Diese chinesischen Massagetechniken sollen (welch Überraschung) einen harmonischen Fluss des Qui bewirken. Hierzu werden auch Techniken wie die Akupressur gerechnet, bei der die Meridianpunkte nicht genadelt werden wie in der Akupunktur, sondern gepresst oder gedrückt.

  1. Qigong/Tai Chi

Auch beim Qigong (eine Kombination aus Bewegungen, Konzentration und Meditation) sowie dem Tai Chi (Schattenboxen) dreht sich alles um einen harmonischen Fluss des Qi. Qigong und Tai Chi sind spannende Themen für sich und ich kann Ihnen nur empfehlen sich, damit mal näher zu beschäftigen.

  1. Akupunktur

Die Akupunktur ist wohl die bekannteste und spektakulärste Form der Qi-Stimulation. Sie wird nicht nur erfolgreich beispielsweise in der Schmerztherapie eingesetzt, sondern bei nahezu allen vorstellbaren Beschwerden. Vielleicht haben Sie auch schon Berichte von Operationen gehört, in denen der Patient keine Narkose bekam, sondern nur akupunktiert wurde und die OP ohne Schmerzen oder Aufregung prächtig überstand. Wenn das keine spannende Angelegenheit ist!

Sie sind noch da? Prima, dann machen wir weiter!

Die TCM ist ein medizinisches System in sich, das für den Laien erst einmal sehr verwirrend sein kann. Man spricht von Fülle und Leere, diversen Elementen und Zyklen, Yin und Yang und vielen anderen Konzepten mehr, die uns aus der westlichen Medizin zum großen Teil fremd sind. Die Diagnose und die Behandlung eines energetischen Ungleichgewichts ist das Fundament der chinesischen Medizin und es verlangt viel Hingabe und Erfahrung, um diese Heilkunst erfolgreich anzuwenden.

In der TCM geht man also davon aus, dass die Lebensenergie oder das Chi durch zwölf Hauptmeridiane und zwei Lenkergefäße fließt. Einige Schulen weichen von diesem Konzept ab, aber beim Klopfen orientieren wir uns an diesen 14 Leitbahnen. Jeder Meridian versorgt ein bestimmtes Organsystem und ist auch mit bestimmten psychischen Zuständen assoziiert.

So erfolgreich dieses medizinische System insgesamt ist, für die Selbstanwendung eignet es sich aufgrund seiner Komplexität nur bedingt.

Alles fließt …, wenn’s gut läuft

Das Konzept der Lebensenergie ist übrigens in vielen Kulturen bekannt, nicht nur in den fernöstlichen. Wahrscheinlich sind Ihnen neben der Bezeichnung Qi auch schon mal Begriffe wie Prana oder Äther über den Weg gelaufen. Wenn die Lebensenergie ungehindert fließt, geht es uns gut, wenn sie blockiert ist oder stagniert, dann gibt’s Probleme – so die Theorie.

Dieser Theorie folgt auch die Klopftherapie. Hier werden die Meridianpunkte eben nicht genadelt oder gedrückt, sondern beklopft. Das ist ein Unterschied zu den anderen Methoden. Ein weiterer Unterschied ist, dass Sie sich beim Klopfen auf einige wenige gut erreichbare Punkte im Gesicht und am Oberkörper konzentrieren.

Der größte Unterscheid und der eigentliche Clou am Klopfen aber ist, dass wir ganz konkret an bestimmten emotionalen, aber auch körperlichen Problemen und Themen arbeiten können. Das heißt, während Sie Ihr Meridiansystem stimulieren, arbeiten Sie gleichzeitig an einem konkreten Problem oder Thema. Diese Gleichzeitigkeit scheint der entscheidende Faktor dafür zu sein, dass die Klopfakupressur oft so verblüffend schnelle Ergebnisse liefert.

Ich behaupte nicht, dass die Klopfakupressur der einzige Weg ist, aber ich halte sie für eine sehr elegante, sanfte und vor allem auch für die Selbstanwendung besonders taugliche Methode, gerade wenn es um die Arbeit an konkreten Themen geht.

Wissen ist Macht …

Okay, das ist jetzt in dem Zusammenhang vielleicht ein bisschen pathetisch ausgedrückt, aber ein vertieftes Verständnis schadet auch beim Klopfen nicht.

Neben denjenigen, die das Klopfen kategorisch ablehnen, weil es ihnen zu außerirdisch erscheint, gibt es noch die, die es überhaupt nicht interessiert, warum was wie funktioniert, Hauptsache, es wirkt. Ist natürlich auch eine Haltung, aber ich bin davon überzeugt, dass Sie auch langfristig eher am Ball bleiben, wenn Sie sich ein bisschen mit den Hintergründen beschäftigen und verstehen, dass das Ganze eben kein Eso-Quatsch ist.

Seit Roger Callahan, dem Urvater der Klopftherapie, ist in der Welt des Klopfens einiges passiert. Viele unterschiedliche Ansätze haben sich entwickelt, teilweise handelt es sich dabei meiner Meinung nach um reines Marketingkalkül, was der Klopftherapie an sich nicht dienlich ist. Aber da ist ein anderes Thema …

Allen Methoden gemein ist aber nach wie vor die Arbeit am Meridiansystem.

Inzwischen liegen auch viele Studien vor, auf die ich aber an anderer Stelle näher eingehen werde.

In den folgenden Wochen will ich Ihnen erst einmal die einzelnen Meridiane und ihre Funktion beim Klopfen näher vorstellen.

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